freitod am offenen kamin?

habe jetzt erst erfahren, dass josé (er betrieb den tabakladen, in dem ich meine zigaretten kaufe), in der nacht des ersten weihnachtsfeiertages in seiner wohnung, vor seinem offenen kamin durch eine kohlenmonoxidvergiftung verstorben ist. die spanischen offenen kamine sind gefährlich, weil ihnen in der regel eine frischluftzufuhr von aussen fehlt. jedes jahr stirbt deshalb jemand aus unserem dorf.

auch manolo (ein weiterer bekannter von mir) lebt nicht mehr, er hat sich auch in der weihnachtszeit mit einem gürtel selbst erhängt. manolo lebte die letzten jahre alleine auf seinem cortijo „sin euros“ (ohne euros) und lebte vom traktorenhandel. ich hatte vor jahren auch zwei traktoren bei ihm gekauft und lernte ihn dadurch kennen. vor etwa sieben jahren starb sein einziger sohn bei einem motorradunfall und später verliess ihn auch noch seine frau. dass er depressiv war ist mir nie aufgefallen. manolo war in meinem alter und ich habe immer gerne mit ihm getrunken.

josé lebte auch seit jahren alleine. seine frau ist vor einigen jahren unerwartet und sehr schnell an krebs verstorben. nun frage ich mich, ob josé vielleicht am kamin absichtlich den tod gesucht hat und nicht mehr alleine leben wollte. den „stillen tod“ in den eigenen vier wänden vor einer offenen feuerstelle (kamin, grill oder gasheizer) haben schon ganze familien gefunden. ein freitod, bei dem man einfach einschläft. sein tabakgeschäft (das einzige im dorf) führt jetzt seine nichte weiter.
kaminfeueres gibt viele „unfälle“ und es ist sehr traurig, dass jedes jahr immer noch zahlreiche menschen ungewollt an einer kohlenmonoxidvergiftung sterben. dieser tödliche gefahr in den eigenen vier wänden wird häufig unterschätzt.

paris: selbstmörder lässt sich von polizei erschiessen

ein mann, bewaffnet mit einem küchenmesser und der attrappe einer sprengstoffweste wurde am donnerstag vor einem kommissariat im norden von paris von polizeibeamten erschossen. „allahu akbar“ (gott ist gross) soll er gerufen haben. der mann muss ein erfolgreicher und kreativer selbstmörder gewesen sein (wie kann die polizei sterbehilfe leisten?). was dachte er sonst, was mit ihm passieren würde?

anders war es bei dem verblödeten patrik (22), einem waffennarren und rollenspieler, der in tarnkleidung und mit einer softair-waffe einen linienbus betrat um sich in einem jugendzentrum in pasing zu einem so genannten „cosplay“-treffen zu fahren. zeugen sahen den jungen tischler, der mit munitionsweste und waffenholster mit angeblicher schusswaffe darin, in den bus stieg. notruf – terror-alarm! was dachte er sonst, was passieren wird? patrik hat übrigens seine eselei unverletzt überlebt. er suchte ja auch nicht den freitod und stieg nicht in paris in einen bus.
terror-alarm